Replik auf Leserbrief «Verkehrte Welt»
In ihrem Leserbrief im Glattaler dozieren zwei SP-Mitglieder des Gemeinderates über die Gewaltenteilung in unserem politischen System. Soweit, so gut. Vielleicht hat das unsere Jugend mit ihrem seichten Lehrplan sogar nötig. Doch dann versteigen sie sich zur Behauptung, ich würde mich gegen unser politisches System stellen. Dies, weil ich wegen der unfairen Kritik von Flavia Sutter gegen Angestellte der Stadt Dübendorf, die sich gegen diese Vorwürfe nicht wehren dürfen, die aktuelle Vizepräsidentin des Gemeinderates zur Diskussion gestellt habe. Ich habe sie nicht in Frage gestellt, wie dies auch in einem anderen Leserbrief behauptet wurde, sondern die Tatsache zur Diskussion gestellt, dass eine vom Stadtrat zurecht gerügte Gemeinderätin das höchste Dübendorfer Amt bekleiden soll. Hier hätte sie dann sehr viele repräsentative Aufgaben bei Einladungen für die Stadt Dübendorf, vielfach zusammen mit dem Stadtpräsidenten zu erfüllen. Eine sehr delikate Aufgabe, wie ich meine. Die beiden SP-Dozenten in Sachen Staatskunde meinen, dass Flavia Sutter das Recht habe, in das Amt der Gemeinderatspräsidentin gewählt zu werden. Dem widerspricht niemand.
Jeder der 40 Mitglieder des Gemeinderates hat dieses Recht. Doch haben die zwei Nachhilfelehrpersonen vergessen zu erwähnen, dass dies eine demokratische Wahl ist, welcher der Gemeinderat vornimmt. Es besteht weder das Recht auf Ernennung einer Partei für dieses Amt noch, dass die Vizepräsidentin automatisch Gemeinderatspräsidentin wird. Es ist auch klar, dass der Gemeinderat den Stadtrat und die Verwaltung zu kontrollieren hat. Diese Aufgabe nehmen alle Parteien wahr, sogar unsere «populistische» SVP, wie das die zwei Oberlehrer formulieren. Doch sollte man hier den Anstand und die korrekte Form wahren. Der Stadtrat ist nicht nur Exekutive der Stadt Dübendorf, sondern verantwortliches Organ als Arbeitgeber unserer städtischen Angestellten. Dass der Stadtrat die Arbeitnehmer der Stadt Dübendorf vor unfairen Attacken gegen aussen schützt, ist eine Selbstverständlichkeit. Ich hätte mir das nicht nur wegen der perfiden Vorwürfe von Flavia Sutter gegen den Leiter Soziales gewünscht, sondern auch bei den immer wieder von ihr vorgebrachten penetranten Vorwürfen gegen die Chefin des Sozialamtes erwartet. Doch lieber spät als nie. Dies ist nicht eine entwürdigende Haltung unseres Stadtrates, wie dies die beiden behaupten, sondern seine Pflicht. Es stellt sich also hier die Frage, wer in einer verkehrten Welt lebt. Und übrigens wählen die Mitglieder des Gemeinderates die höchste Repräsentantin frei nach ihrem Gewissen in dieses Amt. Dies noch als Nachtrag zu den Belehrungen unserer beiden SP-Gemeinderäte.
Orlando Wyss, Gemeinderat SVP Dübendorf



